24 Oct, 2017
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Geschichte des Zuckerhuts

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Geschichte des "Zuckerhutes"


Ein charakteristisches Merkmal der Siluette der Stadt Hettstedt ist ein Turm mit auffälliger Haube.

Das ist der Zuckerhut auch Hexenturm genannt. Er ist ein alter Wehrtum der einstigen Stadtmauer, die ab 1423 zum Schutz der Stadt erbaut wurde. Der Turm liegt direkt an dem Harzflüsschen Wipper und hat im Laufe der Geschichte unterschiedlichen Zwecken gedient.

Als durch den aufstrebenden Kupferschieferbergbau in Hettstedt Wohnraum knapp wurde, ist dem Turm ein Wohnhaus angebaut worden, das gleichzeitig als Gefängnis diente. Der Legende nach, sollen im Mittelalter Frauen, die als Hexen verdammt wurden, in den Turm herabgelassen worden sein, um dort elend zu verhungern. Aus dieser Zeit stammt der Name Hexenturm.

Bis zum Jahr 1900 wurde das Gebäude als Gefängnis genutzt. Danach wurde am Rathaus ein neues Gefängnis angebaut, das in den letzten Kriegstagen 1945 durch Bombentreffer zerstört wurde. Nun kam der Zuckerhut noch einmal zu seiner zweifelhaften Nutzung.

Bis 1980 wurde das Haus mit Turm als Wohnhaus genutzt. Es hatte viele kleine Räume und im Untergeschoss war Platz für Kohle, Holz und Vorräte.

Ab Ende der 1980er Jahre war das Haus dem Verfall Preis gegeben.

Nach der Wende 1989 wurde das Gebäude gesichert und das Dach repariert. Der Turm wurde saniert. 1998 -99 ist das Haus komplett umgebaut und zur Nutzung für einen Kulturverein vorbereitet worden.

Zu diesem Zeitpunkt gründetet sich der Verein "Kunstzuckerhut e.V." und bezog das neue Domizil. Er nutzt das Gebäude als Galerie und Kleinkunstbühne. Im Lauf der Zeit hat es sich zu einem kulturellen Zentrum der Stadt Hettstedt entwickelt.